
Beißen Fische, wenn es windig ist?
Beißen Fische, wenn es windig ist? Mythos vs. Realität
Es ist das klassische Szenario am Wochenende: Du schaust aus dem Fenster, die Bäume biegen sich und auf dem Wasser schlagen Wellen. Viele Angler packen jetzt frustriert die Sachen wieder aus und bleiben auf dem Sofa. Ein riesiger Fehler!
Denn die kurze Antwort lautet: Ja, Fische beißen bei Wind – oft sogar deutlich besser als bei spiegelglattem Wasser!
Allerdings verändert Wind die Spielregeln am Gewässer massiv. Wer versteht, was der Wind mit den Fischen macht, fängt an windigen Tagen oft die wahren Ausnahmefische. Hier erfährst du, wie Wind deine Fangchancen beeinflusst und wo du dich jetzt hinstellen musst.
Warum Wind die Fische in Fressrausch versetzt
Wind ist für ein Gewässer wie eine gigantische Sauerstoff- und Futterpumpe. Er sorgt für drei entscheidende Effekte unter Wasser:
1. Die Futter-Drift (Der wichtigste Faktor!)
Wenn der Wind über das Wasser peitscht, drückt er die warme Oberflächenschicht und das darin schwimmende Plankton sowie Kleinstlebewesen (wie Insektenlarven) in eine Richtung.
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Die Kettenreaktion: Das Plankton treibt ans Ufer, auf das der Wind bläst (Luv-Seite). Die Kleinfische folgen der Nahrung. Und wo die Kleinfische sind, lassen die Raubfische wie Hecht, Zander und Barsch nicht lange auf sich warten. Auch Karpfen und Schleien lieben diese „Futter-Ansammlungen“.
2. Sauerstoff und Aktivität
Wellen brechen die Wasseroberfläche auf und pressen massenhaft Sauerstoff in den See oder die Talsperre. Mehr Sauerstoff kurbelt den Stoffwechsel der Fische an – sie bekommen schlichtweg Hunger und werden extrem aktiv.
3. Schutz durch Trübung
Bei starkem Wind werden im Uferbereich Sedimente, Sand und Schlamm aufgewirbelt. Das Wasser wird trüb. Für scheue Fische ist das wie ein Schutzvorhang. Sie verlieren ihre Vorsicht, weil sie den Angler und die Schnur nicht mehr so leicht sehen. Zudem bricht die unruhige Oberfläche das Licht, was besonders lichtscheuen Räubern wie dem Zander entgegenkommt.
Die goldene Regel: Wo musst du angeln?
Wenn du am Gewässer ankommst, merk dir eine einfache Faustregel: Angle immer mit dem Wind im Gesicht!
Such dir die Uferseite, auf die der Wind und die Wellen direkt draufstehen (auflandiger Wind). Ja, das Auswerfen gegen den Wind ist ungemütlich und erfordert schwerere Bleie oder Köder – aber genau dort, in der aufgewühlten, trüben Brühe direkt vor deinen Füßen, steht jetzt der Fisch!
Ausnahme: Im zeitigen Frühjahr kann kalter Ostwind das flache Wasser extrem abkühlen. In diesem Fall stehen die Fische manchmal lieber im Windschatten des gegenüberliegenden Ufers, wo sich das Wasser ruhiger erwärmen kann.
Fischarten im Wind-Check
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Hecht & Barsch: Absolute Wind-Fans! Wellengang aktiviert die Räuber. Große, druckvolle Köder (wie Spinnerbaits, Chatterbaits oder Wobbler mit lauten Rasselkugeln) sind jetzt genial, da die Fische den Köder über das Seitenlinienorgan in den Wellen orten.
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Karpfen: Karpfenangler wissen: Ein kräftiger, warmer Süd- oder Westwind, der auf ein flaches Ufer drückt, ist eine absolute Fanggarantie. Die Fische gründeln im aufgewühlten Boden nach freigelegten Schnecken und Würmern.
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Zander: Da Zander extrem lichtscheu sind, jagen sie bei starkem Wind und trübem Wasser oft auch mitten am Tag im flacheren Wasser.
Tipps für das Angeln im Wind
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Ködergewicht erhöhen: Damit deine Schnur keinen riesigen Bogen schlägt (Windbauch) und du den Kontakt zum Köder verlierst, nimm schwerere Jigköpfe oder Grundbleie als sonst.
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Die Rute flach halten: Halte die Rutenspitze beim Einkurbeln dicht über der Wasseroberfläche. So nimmst du dem Wind die Angriffsfläche auf deine Schnur.
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Sicherheit geht vor: Gerade an den großen Harzer Talsperren wie der Oker- oder Rappbode-Talsperre kann der Wind tückisch sein. Unterschätze niemals den Wellengang, besonders wenn du mit dem Boot unterwegs bist!
