Bachforelle mit geöffneten Maul

Welche Fische fängt man im Harz

Der Harz ist fischereilich extrem vielseitig, da er drei völlig unterschiedliche Gewässertypen bietet: die wilden Bergbäche, die riesigen Talsperren und die historischen Teiche des Oberharzer Wasserregals.

Je nachdem, wo du deine Angel auswirfst, triffst du auf ganz unterschiedliche Bewohner.

1. Die „Könige“ der Fließgewässer (Salmoniden)

In den glasklaren, sauerstoffreichen Bächen wie der Bode, der Oker, der Selke oder der Ilse dreht sich fast alles um Salmoniden.

  • Bachforelle: Der Charakterfisch des Harzes. Sie liebt die Deckung hinter Steinen und unter Uferüberhängen.

  • Regenbogenforelle: Oft als Besatzfisch in größeren Staubereichen zu finden.

  • Bachsaibling: Ein wunderschöner Fisch, der vor allem in den sehr kalten, oberen Abschnitten der Bergbäche vorkommt.

  • Äsche: In einigen Abschnitten (z.B. der Selke) heimisch, allerdings oft streng geschützt.

2. Die Riesen der Talsperren (Raubfische)

Die großen Talsperren (z.B. Rappbode, Okertalsperre, Innerste) sind bekannt für ihre beeindruckenden Raubfischbestände. Hier ist „Strecke machen“ angesagt.

  • Hecht: Der Top-Räuber. In den Talsperren wachsen sie aufgrund des Maränen-Angebots oft zu stattlichen Größen heran.

  • Barsch: Im Harz fängst du oft „Klasse statt Masse“. Barsche über 35 cm oder sogar 40 cm sind in Talsperren wie der Wendefurth absolut möglich.

  • Zander: Etwas schwieriger zu finden, aber besonders in den tieferen, trüberen Bereichen der Talsperren vertreten.

  • Seeforelle: Eine Besonderheit in tiefen Talsperren wie der Rappbode. Sie werden dort gezielt besetzt und sind ein Traumfang für jeden Angler.

3. Der bunte Mix der Oberharzer Teiche

Die historischen Teiche rund um Clausthal-Zellerfeld und Hahnenklee sind meist Mischgewässer. Hier findest du eine entspannte Mischung aus Raub- und Friedfischen.

  • Karpfen & Schleie: In den flacheren, sich schneller erwärmenden Teichen fühlen sich diese Friedfische sehr wohl.

  • Aal: Besonders in den warmen Sommermonaten ein beliebter Zielfisch für Nachtangler.

  • Weißfische (Rotauge, Rotfeder, Döbel): Diese sind fast überall als Basis des Ökosystems vertreten.

Wichtiger Hinweis: Viele Gewässer im Harz sind reine Salmonidengewässer, an denen nur das Fliegenfischen oder das Angeln mit Kunstködern (Schonhaken-Pflicht!) erlaubt ist. Schau also immer genau in die Bestimmungen deiner Gastkarte.

Okerstausee

Angeln im Stausee

Angeln im Stausee: Die Faszination der versunkenen Welten

Stauseen gehören zu den spannendsten, aber auch herausforderndsten Gewässern für uns Angler. Ob riesige Talsperre oder kleinerer Rückhaltesee – wer die Besonderheiten dieser künstlichen Ökosysteme versteht, wird mit kapitalen Fängen belohnt. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, worauf es beim Angeln im Stausee wirklich ankommt.

Warum Stauseen so besonders sind

Im Gegensatz zu natürlichen Seen unterliegen Stauseen oft starken Wasserspiegelschwankungen. Das beeinflusst das Verhalten der Fische massiv. Zudem verbergen sich unter der Oberfläche oft versunkene Strukturen: alte Flussbetten, Mauerreste oder sogar ganze Waldstücke. Diese „Hotspots“ sind wahre Magnete für Raub- und Friedfische.

Top-Tipps für Ihren Erfolg am Stausee

1. Das alte Flussbett finden

Das ursprüngliche Bach- oder Flussbett ist die Lebensader des Stausees. Hier ist das Wasser meist etwas tiefer und sauerstoffreicher. Suchen Sie mit dem Echolot oder einer Tiefenkarte nach den Kanten des alten Betts. Besonders Zander und Barsche patrouillieren hier gerne auf der Suche nach Beute.

2. Den Wasserstand im Auge behalten

Steigt das Wasser, ziehen die Fische oft in die neu überfluteten Uferbereiche, um dort Nahrung zu suchen. Sinkt der Wasserspiegel, ziehen sie sich ins tiefere Wasser oder in die Nähe der Staumauer zurück.

3. Struktur ist alles

Suchen Sie nach markanten Punkten:

  • Steinschüttungen: Beliebt bei Barschen und Aalen.

  • Totholz: Ein Paradies für Hechte, aber Vorsicht vor Hängern!

  • Staumauer-Bereich: Hier ist oft das tiefste Wasser, ideal für das Angeln im Hochsommer oder Winter.

Zielfische: Wer lauert in der Tiefe?

Stauseen sind bekannt für ihren exzellenten Bestand an:

  • Zander: Lieben die harten Böden und die Tiefe.

  • Hecht: Lauert oft an den steilen Kanten oder in flacheren Buchten.

  • Karpfen: In den nährstoffreichen Schlammzonen der Einläufe wachsen sie oft zu wahren Giganten heran.


Unser Experten-Tipp: Wenn Sie an einem neuen Stausee angeln, starten Sie am besten im Bereich des Zulaufs. Dort ist das Wasser meist flacher, trüber und bietet viel natürliche Nahrung – ein idealer Platz, um schnell den ersten Fisch des Tages zu haken.


Fazit: Geduld wird belohnt

Das Angeln im Stausee erfordert etwas mehr Vorbereitung und „Lesen“ des Gewässers als ein kleiner Vereinstümpel. Doch die Chance auf einen Ausnahmefisch ist hier um ein Vielfaches höher.

Innerstestausee

Der Innerste-Stausee im Harz