Tipps und Tricks für das Angeln auf Schleie
Unter Anglern gilt sie als eine der ästhetischsten und gleichzeitig vorsichtigsten Bewohnerinnen unserer Gewässer: die Schleie (Tinca tinca). Mit ihrer olivgrünen Färbung, den winzigen Schuppen und den markanten roten Augen ist sie eine echte Trophäe für Naturgenießer.
Doch die „Grüne“ macht es uns nicht immer leicht. Wer Schleien fangen will, muss ihre Eigenheiten verstehen. In diesem Artikel erfährst du, wie du die scheuen Grundbewohner überlistest.
Wo suchen? Die Hotspots
Schleien lieben Deckung. Du findest sie selten im Freiwasser, sondern dort, wo es „grün“ ist.
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Kraut- und Seerosenfelder: Hier suchen Schleien nach Schnecken, Larven und Würmern.
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Schilfkanten: Ein klassischer Unterstand, besonders wenn das Wasser dort etwas tiefer ist.
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Schlammiger Grund: Schleien gründeln gerne. Achte auf aufsteigende, winzige Luftblasen – das „Schleien-Sektfrühstück“ verrät dir ihren Standort!
Die beste Zeit: Der frühe Vogel fängt die Schleie
Schleien sind extrem lichtscheu. Die besten Fangchancen hast du in den Dämmerungsphasen.
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Morgendämmerung: Wenn der Nebel noch über dem Wasser steht, sind die Fische am aktivsten.
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Abendstunden: Sobald die Sonne hinter den Bäumen verschwindet, ziehen sie in die flacheren Uferzonen.
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Wetterumschwung: Ein warmer Sommerregen kann die Beißlaune massiv steigern.
Taktik & Montage: Feinheit ist Trumpf
Die Schleie ist eine wahre Meisterin darin, Widerstand zu spüren und den Köder sofort wieder auszuspucken. Daher gilt: So leicht wie möglich!
Die Posenmontage (Waggler)
Das klassische „Lift-System“ ist hier unschlagbar. Die Pose wird so eingestellt, dass das unterste Schrotblei kurz über dem Grund hängt oder leicht aufliegt. Hebt die Schleie den Köder an, steigt die Pose aus dem Wasser – der perfekte Moment für den Anhieb.
Die Feederrute
In größeren Gewässern ist ein Method-Feeder mit einem kurzen Vorfach effektiv. Als Köder dienen hier oft kleine Pellets oder Mini-Boilies, die im Futterballen versteckt werden.
Der perfekte Köder
Schleien sind Gourmets. Was heute funktioniert, kann morgen ignoriert werden. Habe deshalb immer eine Auswahl dabei:
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Der Klassiker: Ein dicker Tauwurm oder ein Bündel Mistwürmer (der Eigenkrampf der Mistwürmer wirkt oft Wunder!).
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Die süße Versuchung: Dosenmais, gerne mit Vanille- oder Honigaroma verfeinert.
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Die Kombi: Ein „Cocktail“ aus einem Maiskorn und einem Wurm ist oft der Schlüssel zum Erfolg.
Profi-Tipps für den Fangerfolg
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Wenig, aber präzise füttern: Schleien ziehen oft in kleinen Trupps umher. Ein Teppich aus Hanf, Paniermehl und zerschnittenen Würmern hält sie am Platz, ohne sie zu sättigen.
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Absolute Ruhe am Ufer: Erschütterungen (hartes Auftreten) oder lautes Reden vertreiben die Fische sofort aus der Uferzone.
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Geduld beim Biss: Schleien „nuckeln“ oft minutenlang am Köder. Schlag erst an, wenn die Pose zügig wegwandert oder deutlich flach auf dem Wasser liegt.


